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Sonntag, 17. März 2013

Masleniza und Skifahren

So, da bin ich wieder, zurück aus dem Skiurlaub!

Letzten Freitag bin ich mit meiner Gastfamilie nach Finnland gefahren, genauer gesagt nach Tahko.
Vorher haben wir allerdings eine Nacht in Выборг (Wyborg) geschlafen, eine kleine Stadt in der Nähe der Russisch-finnischen Grenze mit wechselvoller Geschichte.
In der Stadt gibts relativ viel skandinavische Architektur und auch eine kleine Festung
Genosse Lenin wacht überall


















Am nächsten Tag ging es dann über die Grenze nach Finnland in die Stadt Lappeenranta und von dort weiter in den Norden nach Tahko zum Skifahren

Lappeenranta
Tahko Skigebiet

Die ganze letzte Woche war hier in Russland die Masleniza-Woche (russ. Масленица; Butterwoche), von der wir aber nur den letzten Tag, heute den Sonntag, mitbekamen. Masleniza ist eine alte russische Tradition. In der Woche bevor das Oster-Fasten beginnt wird noch einmal richtig gefeiert. Außerdem soll es die letzte Woche des Winters sein, was ich aber leider noch nicht so recht glauben kann. Traditionell wird eine große Strohpuppe verbrannt und man trifft sich zum Bliny-Essen. (russ. Блины; dünne, ungesüßte Eierkuchen, die man mit allem möglichen Essen kann)
Der Sonntag der Masleniza-Woche ist dabei traditionell der Tag der Vergebung, an dem man Gott und andere Menschen für alle schlechten Taten um Vergebung bittet, damit man frisch in den Frühling starten kann.
Also: Entschuldigung!
Masleniza-Feier
 Balalaika-Hardrock


 Unterhaltungsspiele auf russische Art
Bliny


Der heutige Eintrag bestand ja eher mehr aus Bildern. Für Mittwoch plane ich ein Special zu "Vorurteile über Russland", was ist wahr, was stimmt nicht so ganz?

Am Donnerstag gehts dann ja auch schon auf meiner Rotary-Tour nach Perm.

Russisches Wort des Tages

Горы (Goriy) - Berge

From Russia with Love

Heinrich

Freitag, 8. März 2013

Frauentag!

С международным женским днём!

ich wünsche allen Mädchen und Frauen alles Gute zum Intenationalen Frauentag, heute am 8. März.

Nachdem letztens, am 23. Februar, ja die Männer ihren Tag hatten, ist heute natürlich die andere Hälfte der Bevölkerung dran ;D
Netterweise ist heute auch frei, daher wurde in der Schule schon gestern gefeiert. Vom vorletzen Blogeintrag erinnert sich der ein oder andere vielleicht noch an die Wettbewerbe. Diesmal gab es für die Mädchen auch solche Spiele, allerdings mit dem Ziel, ihre Fähigkeiten als Hausfrau zu testen: Putzmittel und Kosmetika mit der Nase unterscheiden, Zucker und Salz erfühlen, Haltung bewahren beim Gehen mit einem Buch auf dem Kopf.
Unser Klassenteam - Erster Platz ;D




In der Pause haben unsere Mädchen dann von uns Jungs jeder jeweils ein paar Tulpen und ein Geschenk bekommen.
Für meine Gastmutter und Gastschwester habe ich das erste mal Karten zum Frauentag geschrieben. Ansonsten findet man natürlich überall Grüße an Mütter, Schwestern, Tanten und Omas mit den besten Wünschen zu deren Feiertag. Und ich denke mal am heutigen Tag ist des Geschenkeaufkommen größenteils von Küchengeräten und Blumen dominiert. Aber wie schon gesagt, ein Hoch auf des traditionelle Rollenbild!

Am Dienstag war ich noch bei einem Treffen der "Schule für junge Hanse-Freiwillige", wozu mich meine Geschichtslehrerin angemeldet hat. Besonders spannend war's da nicht, und in den nächsten Wochen soll es da irgendwelche Theoriestunden über die Hanse geben, ich weiß nicht ob mich das total begeistert, aber vielleicht lern ich ja noch ein paar Leute kennen.

 So fühl ich mich, wenn ich auf den Bus warten muss.


Ich fahr jedoch jetzt erstmal mit meiner Gastfamilie nach Finnland zum Skifahren. Unterwegs machen wir noch eine Nacht Stopp in Wyborg (Выборг). Am 16. bin ich wahrscheinlich wieder zurück, dann gibt's nen Bericht

Bis dahin alles Gute,

Russisches Wort des Tages:
цветы (zwetyi) - Blumen  das  "ы" am Ende muss man sich als eine Mischung aus Ü und I 

From Russia with Love,

Heinrich


 


Sonntag, 3. März 2013

Katastrophenmetros und Krankenhäuser

Heyhey,

Es ist mal wieder Sonntag und eine weitere Woche rum - das bedeutet bis zum Flug nach Hause verbleiben nur noch 100 Tage!

Die vergangene Woche war allerding nicht übermäßig, ich hatte Schule und war nachmittags immer mal mit Freunden spazieren.
Am Donnerstag hatten wir ein Rotary-Treffen, was allerdings nicht sonderlich interessant war. Danach war ich die Nacht wieder zum Arbeiten im Krankenhaus. Dorthin kommen natürlich arm und reich, ein guter Einblick in die Gesellschaft - auch mit Alkohilkern und Gewaltopfern. Wie überall auf der Welt gibt's das auch hier.

 Meine Station, nachts ;D
будет, будет


Da nicht übermäßig viele Patienten da waren haben der Doktor und ich ein bisschen erzählt, auch über Geschichte. Man muss dazu ja wissen, dass Novgorod ziemlich alt ist, (gegründet 859 n. Chr.) und damit u. a. als Geburtsstätte Russland bezeichnet wird. Mein Gastvater ist an Lokalgeschichte ziemlich interessiert, daher waren wir letztens im Museum und jetzt am Samstag in einem Kloster und danach ein einer Art Freilichtmuseum mit Holz-Bauernhäuser (russ. изба). Ich könnte natürlich jetzt von der Geschichte Novgorods und Russlands erzählen, aber ich nehme mal an, das liest sich dann eh keiner durch. Ich sag nur soviel, wer sich wirklich für Geschichte interessiert, sollte durchaus mal einen Blick in die russische werfen, mit ihren Intrigen und Machtkämpfen am Zarenhof, den Revolutionen (bzw. deren Versuchen), der Sowjetzeit und der Perestroika.
Die Russen haben ja allgemein eine interessante Art mit ihrer Geschichte umzugehen - auf der einen Seite gibt es natürlich unzählige Museen, aber auch von der praktischen Seite: man kann überall irgendwelche Mützen mit Sowjetorden und Blöcke mit Leninbildchen kaufen, wenn man ein bisschen sucht auch Orden und andere Auszeichnungen aus dieser Zeit. Es gehört einfach zu deren Leben, deshalb ist das auch nicht tabuisiert. Ein bisschen komisch finde ich dann nur, wenn ich in Piter irgendwelche Omas mit roten Flaggen auf der Straße sehe, die ihre Sowjet-Zeitungen verteilen und demonstrieren für die gute alte Zeit.

Ok, hier sind ein paar Bilder vom Samstag:










Heute waren wir im Kino und haben "Metro" geschaut, einen relativ neuen russischen Katastrophenfilm. Die Handlung ist kurz erzählt: In der Moskauer U-Bahn bricht ein Tunnel ein während eine Metro gerade dort durchfährt und entgleist, dann fließt dort Wasser aus der Moskwa ein und man begleitet ein paar Leute dabei, wie sie versuchen sich zu retten. Der Film war ganz gut gemacht, wenn aber auch zusehr wie aus dem Lehrbuch, inklusive Rivalitätsdrama, Liebesgeschichte, dem traurigen Selbstopfer aus der Gruppe, die Rettungen in letzter Sekunde - alles ist durchaus jedesmal voraussehbar gewesen. 
Wenn man aber mal einen wirklich kompletten Standard-Katastrophenfilm sehen will, dann ist dieser empfehlenswert.

Den nächsten Blogeintrag gibts um den 8. März, dem Frauentag (wird wahrscheinlich ähnlich wie der Vaterlandsschützer-Tag). Danach fahr ich gleich mit meiner Gastfamilie nach Finnland zum Skifahren. Ab 15. oder 16. März gibts dann einen Bericht.

Russisches Wort des Tages:

смортреть [напр. фильм] - smortret' - schauen (etwas bestimmtes, z. B. Film)

From Russia with Love

Heinrich

Sonntag, 24. Februar 2013

Vaterland und Männertag

С Днём защитника Отечества!

Gestern, am 23. Februar, war hier in Russland der "Tag des Verteigers des Vaterlandes" (rus. День защитника Отечества, "djen saschitnika otetschestwa") - also hauptsächlich der Tag der Soldaten und der Armee, halboffiziel aber auch einfach der Tag der Männer. Bis vor der Ende der Sowjetunion hieß der Tag noch "Tag der Roten Armee".

Das Ganze wurde schon am Freitag in der Schule ausreichend gefeiert. Nach der sechsten Stunden gab es Wettbewerbe für die Jungs, die alle irgendwie mit der Armee verbunden waren, z. B.

Panzerrohr-malen mit verbundenen Augen.
Nachricht dechiffrieren.
Ausrüstung im Raum suchen.
"Der Scharfschütze" (Darts spielen).
Soldatenlieder singen

Unsere "Klassenarmee" hat dabei den 2. Platz gemacht. Dann wurden wir Jungs von den Mädchen aus unserer Klasse mit Pizza und Kuchen empfangen, wobei sich jede von ihnen auch noch einen guten Wunsch für uns ausdenken musste.


Unsere Klassenarmee

Panzerrohr-Malen

Ehrung für uns Jungs
Im Kulturhaussaal neben unserer Schule wurde dieser Feiertag dann auch mit einer Feierstunde bedacht, zuerst mit einem militärisch-offiziellen Teil, beginnend mit dem Einzug und der Ehrung der russischen Staatsflagge (aufstehen) und der Nationalhymne (selbstverständlich stehenbleiben) und wurde durch den Auszug der Staatsflagge später wieder beendet (aufstehen). Dieser Teil bestand hauptsächlicht aus ansprachen diverser Militärangehöriger, Ehrung von Weltkriegsveteranen und Ordensverleihung an verschiedene Leute.
Danach folgte der feierliche Teil mit Auftritten von Tanz- und Gesanggruppen und Gedichtrezitatoren, die hauptsächlich davon handelten, wie das einfache, gutherzige, russische Mädchen zu Hause auf ihren Liebsten wartet, der fern von der Heimat sein Vaterland verteidigt. (vergl. Lied "Katjuscha"), und nach getaner Arbeit (Bomben abwerfen, Panzerfahren, etc.), wieder glücklich nach Hause zurückkehrt. Die ganz normale Romantik des Krieges also.
Außerdem trat noch eine Kriegs-Geschichte-Nachspielgruppe auf, die den mittelalterlichen Kampf um Novgorod nachstellte und eine Spezialeinheit der Polizei, die zeigte, wie sie angreifende Terroristen mit bloßer Hand niederstrecken und zum Abschluss mit Platzpatronen auf die Saaldecke schossen, was das bis dahin eingeschlafene Publikum ruckartig wieder aufweckte und die Babuschkas erschrocken aufschreien ließ.
Meine Geschichtslehrerin neben mir war von allem hochbegeistert und klatsche bei jedem Militär am lautesten und sang auch mit wenn's irgendwo ging. Abgeschlossen war das ganze nach fast 2 Stunden mit einem Lied zu Ehren der Offiziere (aufstehen).
Beim Herein- und Herausgehen wurde man von uniformierten Jugendliches aus Militärschulen oder Marineklubs begrüsst, den zukünftigen Vaterlandsverteidigern also. Außerdem gab es einen Haufen Frauen, die den "echten" Männern zu ihrem Feiertag gratulierten und Glück und Gesundheit wünschten.
Ansonsten war die Feierstunde hauptsächlich ein Schautragen von Uniformen und klimpernden Orden.

Der richtige Feiertag war dann aber erst am Samstag, wir hatten daher keine Schule. Von meiner Gastfamilie habe ich eine Originalausgabe von Leo Tolstois "Krieg und Frieden" geschenkt bekommen, das ich ja schon immer mal lesen wollte. (aufmerksame Leser erinnern sich an meinen ersten Blogeintrag, bei dem ich mich ja schonmal auf russische Literatur eingestellt habe)
Ansonsten bekommt man den ganzen Tag Nachrichten von Mädchen, die einem zum Feiertag gratulieren und dir wünschen, dass du mutig und Tapfer bist (oder wirst).

Ein Hoch auf das traditionelle Rollenbild!

 Ich hab auf der Veranstaltung leider keine Bilder gemacht, alledings hier mal die jungen Militär die uns da begrüßt haben


Am Sonntag war ich mit Sascha auf einer КВН-Show, (КВН= Клуб Весёлых и Находчивых, dt. Klub der Lustigen und Einfallsreichen), ein in ganz Russland beliebtes und bekanntes Wettbewerbsspiel. Teams verschiedener Schulen oder Universitäten treten gegeneinder in verschiedenen Wettbewerben an - hauptsächlich zeigen sie vorbereitete Sketche, es gibt aber auch Runden in denen jemand aus dem Team Witze erzählt oder jemand Fragen stellt, auf die die anderen Teams nach kurze Nachdenkzeit eine möglichst ungewöhnlich Antwort finden müssen (z. B.: Warum ist Kaviar rot ?, Wieso spielen Frauen kein Eishockey ?, etc.). Solche Shows gibt es in fast jeder russischen Stadt, in größeren auch innerhalb einer Schule und natürlich auch im Fernsehen, wo es eigentlich herkommt.
Mir hat das ganze sehr gefallen, natürlich habe ich nicht jeden Witz verstanden, was natürlich nicht nur rein an der Sprache lag, trotzdem hat mir die Show sehr gefallen. Natürlich ist nicht immer jeder Sketch ein Treffer und nicht immer lacht das Publikum, aber das bewundere ich an den Russen, egal ob gut oder schlecht, das wird durchgezogen. Mit Selbstbewusstsein und ohne Angst, das mal was nicht ankommt, man muss ja auch dran denken, dass die Teams das in ihrer Freizeit ausdenken um andere zu unterhalten und nicht um professionell zu sein.
Ich glaube, dank unserem deutschen Hang zum Perfektionismus und unserer Angst mal was Selbstgemachtes auf ner Bühne zu zeigen, gibt's sowas nicht bei uns, jedenfalls habe ich noch nie davon gehört - wenn doch würde ich das gerne mal auf Deutsch erleben!



So, das wars mal mit einem Ausflug in die russische Kultur, ansonsten alles beim Alten hier.


Russisches Wort des Tages:

выступление (wuystuplenie) - Auftritt

From Russia wirh Love

Heinrich



Sonntag, 17. Februar 2013

Wohnen in Russland

Приветчик!

Schon wieder ist eine Woche vergangen, unheimlich schnell. Die Schule war ziemlich langweilig diese Woche und meine Klasse musste ein Vorbereitungsexamen in Mathe schreiben. Dank meiner Geschichtslehrerin musste ich auch an so einem Geschichtswettbewerb über deutsche Geschichte und Kultur teilnehmen. Das war also ein Fragebogen, den man ausfüllt und mit nach Hause nimmt, es gibt 60 Fragen und jeweils 3 Antwortmöglichkeiten.
Wer jetzt aber denkt, die Fragen sind wie "Wie heißt Deutschlands Hauptstadt?: A) Bremen B) Berlin C) Doberlug-Kirchhain", der liegt absolut falsch. Die Fragen sind ziemlich schwer und auch mit Hilfe von Freund Google fast nicht zu beantworten. Beispiel:

Welcher deutsche Schriftsteller ehrte Rembrandt in seinen Gedichten?
A) Goethe B) von Kleist C) von Arnim?

Igor Sewerjanin schrieb über diesen deutschen Autor, dass er "notwendig wie das Evangelium" sei:
A) Rilke B) Remarque C) Nietzsche?

Naa, wer ist hier Sewerjanin-Experte? Und wer kennt den überhaupt?

Und soweiter mit den Fragen - wer nochmehr haben will, soll mir schreiben. Die richtigen Antworten kommen dann im März irgendwann.


Am Donnerstag war ja Valentinstag und der wird hier mehr gefeiert als bei uns jedenfalls kommt mir das so vor ;D Die jüngeren tauschen untereinander Valentinskarten aus, allerdings nicht nur die Verliebten, wie bei uns, sonder auch Freunde gegenseitig. Meine Gastschwester hat so um die 10 Karten verschickt.

Ansonsten war alles beim Alten.

Ein anderes interessantens Thema ist die Wohnsituation in Russland, davon wollte ich euch mal erzählen.
Wer sich russische Städte als eine Anhäufung großer, grauer Wohnblöcke verstellt, der hat - größtenteils Recht. Die meisten Russen leben in Wohnungen und, diese sind meistens in diesen Blöcken untergebracht. Dabei ist es aber überhaupt kein anzeichen für unterdurchschnittliches Einkommen oder so, wie man das ja bei uns zu Hause oft pauschalisiert. Es gibt vereinzelt auch Häuser, aber die sind meist in schlechterem Zustand als Wohnnung - oft nur halbfertig oder es fehlt irgendwo etwas, irgenwas funktioniert (noch) nicht (mehr). Mir gefallen Wohnung von Russen daher fast immer besser als Häuser. Wohnblöcke gibt es in unterschiedlichstem Zustand - mit Fahrstuhl, ohne, alt, neu, groß, klein.
Bekannt sind vorallem die "Chruschtschowka"-Häuser - einfache, fünfstöcke Plattenbauten mit geringstem Komfort, die zur Regierungszeit Nikita Chruschtschows gebaut wurden um die arge Wohnungsnot damals zu lindern. Eigentlich als Übergangslösung konzipiert, leben auch heute noch zahlreiche Familien in solchen Wohnungen - deren Name in unterschiedlichsten Lieder und Geschichten Platzt findet.

Chruschtschowka


In Ballungszentren wie St. Petersburg oder Moskau ist die Lage natürlich nochmal anders. Dort gibt es riesige Wohnkomplexe, mit Umfängen von mehreren Kilometern und über 50 (!) Stockwerken. Also über 1000 Menschen leben dann in einem Gebäude. Ich finde das schon eine krasse Vorstellung. Bei solchen Mengen hat natürlich jede Wohnung eine Nummer, Namen auf den Klingelschildern sind sowieso total unüblich. Bei großen Blöcken unterteilt man außerdem noch nach Korpus und Eingängen.
Früher, als der Wohnungsmangel noch sehr ausgeprägt war, haben viele Leute auch in sogenannten Kommunalkas gelebt - verschiedene, fremde Familien bewohnten verschiedene Räume ein und der selben Wohnung, teilten sich dazu Bad und Küche.
Diese Wohnform gibts heutzutage zwar noch, ist allerdings aber sehr sehr selten geworden.







Russisches Wort des Tages:

Im Russischen gibt es eine Reihe von Worten mit schönen Doppelbedeutungen, z. B.:

мир (mir) - Welt und Frieden
свет (svjet) - Welt und Licht

weitere suche ich bei Gelegenheit mal raus ;D

From Russia with Love

Heinrich

Sonntag, 10. Februar 2013

Sowjetfilmstars im Schneeregen

Heyhey!


Endlich ist es wärmer! Ja wir haben seit langem endlich mal wieder Plusgrade. Es schneit zwar immer noch oft, aber es ist nicht mehr so beißend kalt. Der Nachteil ist nur: es taut. Und das nicht zu knapp. Alles ist nass, matschig und dreckig, und das Eis, das auf den Wegen liegt ist, zusammen mit dem Wasser, unheimlich glatt. Man kann sich freuen, wenn man es aus der Schule bis nach Hause schafft ohne 3 mal hinzuknallen. (Es bedarf einer eigenen Technik sich mit der Schultasche auszubalancieren). Ansonsten stört an dem Wetter nur, dass die Eisbahnen geschlossen sind, gerade jetzt, als man mir Schlittschuhe gekauft hat. Ab nächster Woche wird es aber wieder kälter und laut Wetterbericht steuern wir auf wieder auf -20 grad zu.

Am Dienstag ist endlich eines meiner Weihnachtspäckchen angekommen, wenn auch leicht lädiert. Aus irgendeinem Grund haben die das auch in die Schule geliefert. Aber, nichtsdestotrotz, so hatten wir im Februar nochmal Lebkuchen und Weihnachtsmänner.

Sascha und ich haben angefangen alte Sowjetfilme zu schauen. Die sind unheimlich lustig und auch gut zu verstehen, denn eigentlich wird wenig gesprochen, sondern mehr gespielt. Die drei Filme, vom Regisseur Leonid Gaidai, sind heute noch immer total beliebt. Zwei davon sind Filme mit Episoden aus dem Leben von Schurik, einem ordentlichen Sowjetbürger, der zufällig in verzwickte Situationen gerät. Schurik ist so bekannt, dass es für ihn sogar in verschiedenen Städten Denkmäler gibt. Gespielt wird er vom "Volkskünstler der RSFSR" Alexander Demjanenko (А. С.Демьяненко)
Der dritte Film ist von der Art so ähnlich, nur nicht mit Schurik in der Hauptrolle, sondern mit "Simon Simonewitsch", gespielt von Juri Nikulin (Ю. В. Никулин).


Die Filme, vollkommen sehenswert:

Schurik-Filme

Operation "ы"/"Y" (операция "Ы")
Iwan Wassiljewitsch wechselt den Beruf ( Иван Васильевич меняет профессию)

der andere:

Der Brillantenarm (Бриллиантовая рука)













Das Wochende war ich mit Sascha in St Petersburg, wir waren viel in der Stadt unterwegs und haben uns mit Lisa getroffen. Zusammen waren wir auf der Kolonade der Issakskathedrale, von der man einen guten Ausblick auf die Stadt hat. Das Wetter war ziemlich anstrengend, durchgehender Schneeregen, jedoch passt das auch sehr schön ins Petersburger Stadtbild.


Ansonsten ist alles gut!

Russisches Wort des Tages:

посылка  (passiylka)- Päkchen

From Russia with Love,

Heinrich